Forschung > Lasermedizin > Refraktive Chirurgie

Refraktive Chirurgie

Refraktive Chirurgie bedeutet, dass durch eine Veränderung der Dicke und Krümmung der Hornhaut des Auges die Brechkraft derart verändert wird, dass refraktive Fehler (Kurz- und Weitsichtigkeit, aber auch Astigmatismen) kompensiert werden.

Die lange Zeit dominierende Behandlungsmethode der LASIK (Laser in situ Keratomileusis), bei der zuerst mit einem chirurgischen Messer (dem sog. Mikrokeratom) ein etwa 150 µm dünner Lappen (Flap) von der Hornhaut geschnitten und das Innere (Stroma) der 600 µm dicken Hornhaut (Kornea) freigelegt wurde (siehe Abb. 1), wird heute zusehends mit einem im LZH mitentwickelten fs-Laser ersetzt.

Abb. 1: Prinzip der Lasik (Laser in situ keratomileusis)

Hierbei wird das Mikrokeratom durch einen fs-Laser ersetzt wird, um den Flap zu erzeugen (fs-LASIK)(Abb. 2).

Abb. 2: Prinzip der Flaperzeugung bei der fs-Lasik

Der fs-Laser erzeugt dabei über Photodisruption im Innern der Hornhaut einen Schnitt der bis zum Rand geführt wird und nur an einer Seite ein dünnes „Scharnier“ (Hinge) stehen lässt. Anschließend öffnet der Arzt diesen Flap genau wie beim Mikrokeratom, klappt ihn zurück und legt das Stroma für die anschließende Excimer-Behandlung frei.

Anschließend wird mit dem im UV-Wellenlängenbereich emittierendem Excimer-Laser  Gewebe von der Stromaoberfläche verdampft. Dieses abladierte Gewebe entspricht bildlich dem Inversen einer Kontaktlinse und führt so zu einer Änderung der Refraktion. Im Anschluss wird der Flap wieder auf das Stroma aufgelegt. Er hält durch allein durch Adhäsion und die Ultrastruktur des Stromas.

Vorteile dieser Behandlung liegen in der geringeren Komplikationsrate, dem besseren visuellen Endergebnis (Visual Outcome) und der höheren Genauigkeit der Laserbehandlung. Obwohl diese Art der Behandlung teurer ist, wird sie von Patienten aufgrund der höheren Sicherheit gewünscht. (Die Kosten der gesamten refraktiven Chirurgie werden bis auf wenige Ausnahmen nicht von den Krankenkassen übernommen.)

FemtoLDV(TM) der Ziemergroup

Die Erforschung, Entwicklung und Verbesserung der fs-Lasik sind seit langem Schwerpunkte der Abteilung Biomedizinische Optik. Während zuerst die grundlegenden Eigenschaften und Wechselwirkungen im Rahmen von Grundlagen-Forschung eruiert wurden, konnte ein vom BMBF gefördertes Verbundprojekt u.a. mit der Firma Zeiss Meditech die Grundlage für deren weitere Entwicklung des Zeiss Visumax schaffen.

In der Entwicklungs-Zwischenzeit brachte eine Kooperation mit der Schweizer SIE AG (Surgical Instruments Engineering) jedoch eine Weiterentwicklung der fs-Lasik hervor, die heute als FemtoLDV der Ziemer Ophthalmic Systems AG vermarktet werden kann.

Somit hat das LZH maßgeblichen Anteil an zwei von vier am Markt befindlichen Systemen in der refraktiven Chirurgie mittels fs-Laser.

Da die Systeme bereits Marktreife besitzen, fallen hier der BO vor allem Entwicklungen zur Verbesserung und Analyse zu. So sind zu nahezu jeder Zeit kurzfristig Projektarbeiten, Studienarbeiten, sowie Bachelor und Masterarbeiten in den Bereichen Physik, Elektrotechnik, Medizintechnik, Biomedizintechnik, u. ä., Optik und vereinzelt auch Chemie oder Biologie, Medizin und Tiermedizin zu vergeben. Da die Themen stark vom Entwicklungsstand abhängen, können Interessenten sich bei Dr. Tammo Ripken melden.

 

Ansprechpartner: Dr. Tammo Ripken

Letzte Änderung: 19.08.2011
 
Verantwortlich Tinne